Website‑Security‑Scans richtig durchführen – So nutzt du Tools effektiv

Artikel 21 des Blueflexx-WebDesign-Blog (zur Übersicht)


Tech-Writer Thomas

Tech-Writer am 16.02.2026



Gesamt: 4
Dieses Jahr: 4
Diesen Monat: 4
Diese Woche: 4
Heute: 1


Cyber‑Security ist heute kein Nice‑to‑have mehr, sondern eine Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Betrieb einer Website. Moderne Bedrohungen wie Malware, Phishing, Backdoors oder Sicherheitslücken in Plugins und Themes können deiner Seite massiv schaden – oft ohne dass du es sofort merkst. Genau hier kommen regelmäßige Website‑Security‑Scans ins Spiel. Sie helfen dir, Risiken frühzeitig zu erkennen und zu beheben, bevor Besucher oder Suchmaschinen alarmiert werden.


Copyright und Lizenz: Von "Blueflexx-Webdesign" mit KI-Hilfe erstellte Grafik zum Artikel Website‑Security‑Scans

In diesem Leitfaden zeige ich dir,

  • warum Scans unverzichtbar sind,
  • wann du sie durchführen solltest,
  • welche Tools du nutzen kannst,
  • und wie du die Ergebnisse richtig interpretierst.

1. Warum Security‑Scans so wichtig sind

Ein Security‑Scan durchsucht deine Website nach bekannten Schwachstellen, verdächtigem Code, Malware oder Fehlkonfigurationen. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Früherkennung: Du entdeckst Probleme, bevor Hacker sie ausnutzen können.
  • Schutz der Besucher: Deine Nutzer vertrauen dir – ein gehacktes Angebot verspielt dieses Vertrauen sofort.
  • SEO‑Schutz: Google stuft kompromittierte Seiten ab oder zeigt Warnungen an. Regelmäßige Scans bewahren dich vor Rankingverlusten.
  • Erfüllung von Compliance‑Anforderungen: Je nach Branche (z. B. Online‑Shop mit Zahlungsdaten) sind regelmäßige Sicherheitschecks sogar Pflicht.

2. Wann solltest du einen Security‑Scan durchführen?

Nicht nur nach einem Vorfall, sondern proaktiv – und zwar zu diesen Zeitpunkten:

  • Nach dem Launch oder Relaunch einer Website
  • Nach jedem Update von CMS, Plugins oder Themes
  • Regelmäßig – z. B. wöchentlich oder monatlich (je nach Kritikalität)
  • Bei verdächtigen Anzeichen wie unerklärlichen Weiterleitungen, Spam‑Inhalten oder plötzlichen Performance‑Einbrüchen

Tipp: Automatisiere die regelmäßigen Scans, wo immer möglich – viele Tools bieten Cronjobs oder geplante Tasks an.

3. Praxis: So führst du einen Security‑Scan durch

3.1 Externe Online‑Scanner für den Schnellcheck

Diese Dienste sind ideal für einen ersten, oberflächlichen Test – oft völlig kostenlos:

  • VirusTotal – Prüft deine Domain mit über 70 Antiviren‑Scannern auf Malware und Phishing.
  • Google Safe Browsing – Zeigt, ob Google deine Seite als unsicher einstuft.
  • SSL Labs – Analysiert die SSL/TLS‑Konfiguration und gibt eine detaillierte Bewertung.
  • Security Headers – Überprüft, ob wichtige Sicherheits‑Header (CSP, HSTS, etc.) gesetzt sind.

So gehst du vor: Gib einfach deine Domain ein, warte auf den Report und notiere dir alle Warnungen oder roten Markierungen.

Screenshot des Virustotal Testergebnis der Blueflexx-Homepage

Bildunterschrift / Copyright und Lizenz: Von Blueflexx-WebDesign erstellter Screenshot des Virustotal Testergebnis der Blueflexx-Homepage

3.2 Content‑Management‑spezifische Tools (am Beispiel WordPress)

Für eine tiefergehende Analyse empfiehlt sich der Einsatz von Plugins oder Kommandozeilen‑Scannern, die direkt im System arbeiten. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Tools mit ihren Funktionen, Vor- und Nachteilen:

Tool Funktion Vorteile Nachteile
WPScan Scannt WordPress‑Core, Themes und Plugins auf bekannte Schwachstellen.
  • Spezialisiert auf Schwachstellen: Nutzt die umfangreichste Vulnerability-Datenbank für WordPress [citation:1].
  • Von Experten entwickelt: Basiert auf der Arbeit von Sicherheitsforschern und wird professionell gepflegt [citation:1].
  • Kommandozeilen-Version: Ideal für Entwickler und fortgeschrittene Nutzer, die Scans automatisieren möchten.
  • Kein Echtzeitschutz: Bietet keine Firewall oder aktive Blockade von Angriffen, sondern nur reine Schwachstellenerkennung.
  • API-Zugang kostenpflichtig: Für regelmäßige automatische Scans ist ein kostenpflichtiger API-Key erforderlich.
Jetpack Bietet automatische Malware‑Scans, Brute‑Force‑Schutz und Echtzeit-Backups (kostenpflichtig).
  • All-in-One-Lösung: Kombiniert Sicherheit mit Backups, Performance-Optimierung und SEO-Tools [citation:7].
  • Cloud-basierte Scans: Die Scans laufen auf Jetpack-Servern und belasten dein Hosting nicht [citation:7].
  • Echtzeit-Backups: Im Premium-Tarif werden Änderungen sofort gesichert – ideal für Shops und aktive Seiten.
  • Kostenintensiv: Die wirklich wichtigen Sicherheitsfunktionen sind nur in den kostenpflichtigen Tarifen enthalten (ab ca. 10€/Monat).
  • Ressourcenhungrig: Das Plugin ist sehr umfangreich und kann bei vielen aktiven Modulen die Ladezeit im Backend beeinflussen.
  • Abhängigkeit von WordPress.com: Erfordert eine Verbindung zu den Servern von Automattic/WordPress.com.
Sucuri Scanner Überwacht Dateiintegrität, erkennt Malware, bietet Blacklist-Monitoring und sendet Benachrichtigungen.
  • Hervorragende Malware-Erkennung: Gilt als einer der besten Scanner für bereits infizierte Seiten [citation:7].
  • Dateiintegritätsprüfung: Erkennt zuverlässig, ob Kern-, Plugin- oder Theme-Dateien verändert wurden [citation:4].
  • Kostenlose Basisversion: Bietet bereits sehr gute Monitoring-Funktionen ohne Kosten.
  • Cloud-WAF verfügbar: Die kostenpflichtige Version bietet eine extrem effektive Cloud-Firewall [citation:7].
  • Keine automatische Bereinigung: Erkennt Probleme, kann sie aber in der kostenlosen Version nicht automatisch beheben.
  • Premium-Firewall sehr teuer: Die leistungsstarke Cloud-Firewall ist mit ca. 230€/Jahr relativ kostspielig [citation:2][citation:4].
  • Oberfläche spartanisch: Die Benutzerführung ist eher technisch und weniger einsteigerfreundlich gestaltet.
Shield Security Beinhaltet Login‑Monitoring, File‑Scanner, Firewall‑Funktionen und KI-gestützte Malware-Erkennung.
  • Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis: Bietet viele Funktionen, die anderswo kostenpflichtig sind, bereits in der kostenlosen Version [citation:4].
  • KI-gestützte Malware-Erkennung (MALai): Erkennt auch neuartige, unbekannte Malware, nicht nur bekannte Signaturen [citation:3].
  • Sehr gute Bewertungen: Gehört zu den am besten bewerteten Sicherheits-Plugins im WordPress-Repository (94% 5-Sterne) [citation:3].
  • Integrierte Backups: Die Pro-Version bietet automatisierte Offsite-Backups – eine sinnvolle Kombination [citation:4].
  • Weniger bekannt: Hat eine kleinere Nutzerbasis als Wordfence oder Sucuri, daher weniger Community-Erfahrungsberichte.
  • Konfiguration erfordert Einarbeitung: Die vielen Optionen können anfangs überwältigend wirken, sind aber gut dokumentiert [citation:4].
  • Keine Cloud-Firewall: Die Firewall arbeitet serverseitig (Endpoint), nicht in der Cloud – das kann bei sehr hohen Traffic-Lasten ein Unterschied sein.

💡 Wichtiger Tipp zur Tool-Auswahl

Kein Plugin deckt alle Sicherheitsaspekte perfekt ab – die Wahl hängt von deinen individuellen Anforderungen ab:

  • Für Einsteiger und kleine Seiten: Shield Security oder die kostenlose Version von Wordfence (nicht in Tabelle, aber empfehlenswert) bieten einen guten Rundum-Schutz ohne große Kosten.
  • Für Agenturen und mehrere Seiten: WP Umbrella (nicht in Tabelle) oder Jetpack eignen sich hervorragend, da sie eine zentrale Verwaltung erlauben [citation:2].
  • Bei akutem Hack-Verdacht oder bereits infizierten Seiten: Greife zu Sucuri oder MalCare – beide bieten professionelle Malware-Entfernung an [citation:7].
  • Für Entwickler und Tech-Profis: WPScan (via CLI) bietet die größte Flexibilität und lässt sich perfekt in Deployment-Prozesse integrieren [citation:1].

Grundsätzlich gilt: Ein Sicherheits-Plugin ist nur so gut wie sein Pflegezustand. Halte das Plugin selbst immer aktuell und kontrolliere regelmäßig die Logs. Und denke daran: Das beste Plugin kann eine unsichere Server-Konfiguration oder schwache Passwörter nicht ausgleichen [citation:6].

3.3 Manuelle Checks für Fortgeschrittene

Wer sich auskennt, kann auch selbst Hand anlegen:

  • Überprüfe die .htaccess und wp‑config.php auf ungewöhnliche Einträge.
  • Durchsuche die Dateistruktur nach unbekannten oder geänderten Dateien (z. B. mit find unter Linux).
  • Kontrolliere die Datenbank auf verdächtige Einträge in den Tabellen wp_options oder wp_posts.

4. Auswertung der Ergebnisse – Was bedeuten die Funde?

Ein Scan liefert oft eine lange Liste von Meldungen. Hier erfährst du, wie du sie priorisierst:

Fund Bedeutung Maßnahme
Kritische Schwachstelle (z. B. Plugin mit bekanntem Exploit) Sofortiger Handlungsbedarf, da Angreifer die Lücke aktiv ausnutzen können. Plugin sofort aktualisieren oder deaktivieren/löschen.
Malware‑Fund Schadcode wurde gefunden. Website vom Server nehmen, Backups einspielen oder Spezialisten hinzuziehen.
Veraltete SSL‑Konfiguration Verschlüsselung ist nicht mehr sicher (z. B. SSLv3, schwache Cipher). SSL‑Zertifikat erneuern und Konfiguration anpassen (TLS 1.2/1.3).
Fehlende Sicherheits‑Header Schutzmechanismen wie CSP oder HSTS fehlen. Header in der Serverkonfiguration ergänzen (z. B. über .htaccess oder Nginx).
Warnung zu Dateiberechtigungen Dateien sind beschreibbar, obwohl sie es nicht sein sollten. Berechtigungen auf 644 (Dateien) bzw. 755 (Verzeichnisse) setzen.

Nach der Bereinigung solltest du immer einen erneuten Scan durchführen, um sicherzustellen, dass alle Probleme behoben sind.

Sucuri-Malware-and-Blacklist-Scan.png

Bildunterschrift / Copyright und Lizenz: Von BlueFelxx-WebDesign erstellter Screenshopt zu Sucuri Malware and Blacklist-Scan

5. Empfehlung: Von manuellen Scans zu kontinuierlichem Monitoring

Ein einzelner Scan ist wie eine Momentaufnahme – er gibt Sicherheit für den Augenblick. Doch neue Bedrohungen entstehen täglich. Deshalb empfehle ich:

  • Automatisierte Scans einrichten: Viele Hosting‑Anbieter oder Sicherheits‑Plugins bieten regelmäßige Scans an (z. B. wöchentlich).
  • Echtzeit‑Monitoring: Dienste wie Sucuri oder Quttera überwachen deine Seite rund um die Uhr und melden sofort, wenn etwas Ungewöhnliches passiert.
  • Updates nicht vergessen: Halte CMS, Plugins und Themes immer auf dem neuesten Stand – das schließt die meisten bekannten Lücken.

Profi‑Tipp: Kombiniere verschiedene Ansätze – externe Scanner für den Aussenblick und interne Tools für die Tiefenanalyse. So bekommst du ein umfassendes Sicherheitsbild.

Fazit

Website‑Security‑Scans sind ein unverzichtbares Werkzeug, um deine Website und ihre Besucher zu schützen. Sie helfen dir, Risiken frühzeitig zu erkennen, gezielt zu beheben und langfristig sicher zu bleiben.

Denk daran: Einmalige Scans reichen nicht aus – erst die Kombination aus regelmäßigen Checks, automatisierten Tools und manuellen Kontrollen macht deine Seite wirklich widerstandsfähig gegen Cyberangriffe.

Werbung